Hand in Hand mit der Natur

Der wunderbare Frühling 2022 lässt das Leben in unseren Weingärten pulsieren! Ob Zauneidechse oder wir beim Ausbrechen der überzähligen Triebe (Erlesen): alle fühlen sich wohl was unglaublich motiviert! Im Bild sieht man einen Cabernet Jura Weingarten, angelegt als Terrasse. Ein richtiges Biotop!

Neupflanzungen

Im April konnen wir bei idealen Bedingungen rund 4500 pilzwiderstandsfähige Jungreben in verschiedenen Weingärten pflanzen. Obwohl diese Arbeit einiges an Schweiss kostet, beflügelt uns solche Teamarbeit unglaublich! Und es ist auch ein wunderbares Gefühl etwas der Natur zurückzugeben und auszupflanzen: Laurot, Cal 1-28, Prior, Seyval blanc, Muscaris, aber viele einheimische Büsche und Strächer, Fruchtbäume oder Beeren. Alle diese Lebewesen spühren unsere positve Energie, gedeihen prächtig und schenken uns nach 3 bis 4 Jahren reife Früchte... Im Bild auch eine Traubenkische bei Vollblüte mit der Steillage "Ürschhauser Trotte" im Hintergrund.

Beikräuter selektieren

Der Mensch und seine Mitwelt: Entschuldigen Sie wenn es etwas philosphisch wird. Doch Tatsache ist, dass wir Menschen gegenüber unserer Mitwelt meinen, über sein oder nicht sein, oder über nützlich oder unnützlich, selbstherrlich bestimmen zu können. Gnadenlos teilen wir ein, sprich selektionieren wir: okay, das ist eine gut Pflanze die darf überleben, halt, diese nicht die muss weg, stopp das ist ja unsere Nutzpflanze die steht über allem und muss gehegt und gepflegt werden...

Durch die menschliche Globalisierung wandern seit hunderten von Jahren Pflanzen, Tiere und Insekten bei uns ein. In den letzten Jahrzehnten noch vermehrt, da die Reisefreudigkeit und der Warentransport unglaubliche Ausmasse angenommen hat. Es ist wie mit der rasanten Klimaveränderung: bis unsere Einheimische Flora und Fauna auf die Zuwanderer reagieren kann dauert es seine Zeit. So nehmen Asiatischer Mariakäfer, Kirschessigfliege, japanischer Knöterisch, die Golrute oder das einjährige Berufkraut für kurze Zeit überhand. In dieser Zeit selektiert der Mensch diese Pflanzen und Tiere in gut und böse. Daraus entsteht dann eine "Order" die herausgegeben wird, um beispielsweise das einjährige Berufkraut zu entfernen. In Berneck sind wir dieser Order in zwei Einsätzen nachgekommen (Bild). Da in Iselisberg eher eine dichtere Vegetation herrscht, haben es die Nichteinheimischen Pflanzen viel schwerer Fuss zu fassen. Sobald der Boden für kurze Zeit geöffnet ist, wie das bei der Haselnusspflanzung der Fall war, spriesst alles was an Samen im Boden schlummerte, wie auf dem ersten Bild ersichtlich...

Gelassene Stimmung mit Bundesrat Parmelin

Am 29. März um 8 Uhr 15 war es soweit: Trotz anspruchsvoller Krisenagenda besucht uns Guy Parmelin, Wirtschaftsminister und Vorsteher vom BLW, zusammen mit der Vizedirektorin Gabriele Schachenmayer und anderen Fachpersonen aus dem BLW. Im Fokus des zweistündigen Besuchs standen klar unsere Weingärten der Zukunft.

Nach einem kurzen Betriebsrundgang in der Kellerei, wo unser Energiemenagement im Zentrum stand, und einer Einführung in die Thematik der "Weingärten der Zukunft", ging es in die Weinberge zur Panoramaparzelle Trottenhof. Kaum angekommen konnten wir mitverfolgen, wie Remo mit unserer Sprühdrohne bei optimalen Verhältnissen unseren Dinkel, den wir als Zwischenfrucht auf einer ehemaligen Garanoirparzelle im Herbst angesäat haben, mit Homöopathie bodenschonend behandelte. Tief beeindruckt und fachsimpelnd spazierten wir weiter, vorbei an Divico, Muscaris, Sauvignac und dem Gemischten Satz rot. Von einer Biodiversitätsfläche zur nächsten. Als wir bei einer "Mischkultur" ankamen, wo Cal 1-36 mit Mandelbäumen, Haselnüssen und Weinbergspfirsichen gepflanzt sind, wird allen klar, was für Möglichkeiten vorhanden wären, um Monokulturen so aufzubrechen. Und zwar so damit die Wirtschaftlichkeit trotzdem bestehen bleibt: Diversität + PIWIs = Ökologie und Wirtschaftlichkeit!

Um 9 Uhr 20 waren wir wieder in Iselisberg, wo uns auch verschiedene Medienvertreter erwarteten. Bei der gemeinsamen Weinverkostung mit Sauvignac, Souvignier gris und dem Gemischten Satz rot konnten wir mögliche Startegien und Forderungen anbringen, die aus unserer Perspektive den Schweizer Weinbau betreffend Ökologie und Wirtschaftlichkeit weiter bringen würden:

  • Förderung von PIWI Pflanzungen mit CHF 10000.- / ha, auch rückwirkend auf bestehende Flächen.
  • Förderung der Kreuzüchtung von neuen pilzwiderstandsfähigen Traubensorten (PIWIs), auch durch private Züchter!
  • Eine einheitliche nationale AOC Regelung, in der die PIWIs den gleichen Status erhalten wie die traditionellen Rebsorten.
  • Aufhebung des nationalen Rebbaukatasters, was zu mehr unternehmerischer Freiheit führt, sowie die Monokulturen aufbrechen würde.
  • Bewässerungsverbot der Traubenproduktion zur Alkoholerzeugung ab dem 6. Standjahr (ressourcenschonende Massnahme).
  • Pro Hektare Landwirtschaftlicher Nutzfläche sollten 20m Hecke oder 2 Einzellbäume gepflanzt und gepflegt werden (Ökologische Massnahme)
  • Verkaufsverbot von Weinflaschen, deren Leergewicht über 600g liegt, auch auf Importflaschen (Klima schonende Massnahme).
  • Landwirtschaftliche Ausbildung: Biolandwirt/in oder Biowinzer/in muss zweigleisig angeboten werden!
  • Frage an das BLW: welcher finanzielle Wert hat fruchbarer unbelasteter Boden und funktionierende Biodiversität???

10 Uhr: Bundesrat Parmelin, die Fachfrauen vom BLW, sowie Urs Wiedmer (Sprecher von Guy Parmelin) bedanken sich für den fachlichen und visionären Austausch sowie für die gute Organisation. Ob unsere Forderungen zu visionär sind wird sich nun zeigen. Wir hoffen, dass wir wenigsten einen möglichen Ansatz zur Weiterentwicklung des Schweizer Weinbaus erörtern konnten: Diversität + PIWIs = Ökologie und Wirtschaftlichkeit ...

Die 25 wichtigsten Weinpersönlichkeiten der Schweiz

Es freut und ehrt uns sehr, dass wir vom Weinmagazin Vinum zu den 25 Weinpersönlichkeiten der Schweiz des Jahres 2022 ausgezeichnet wurden. 

Weitere Informationen lesen Sie im Vinum Magazin, Ausgabe März 2022.

 

Preisanpassungen wegen Klimaveränderung ab 13. Juli 2021

Die Klimaveränderung schlägt auch 2021 zu!

Die grosse Herausforderung der nächsten Generation ist in vollem Gange: Die schnellste Klimaveränderung die unser Planet je erlebt hat.

Denn wir stecken mitten drin: nach einem schneereichen Winter wurde es schnell warm und trocken. Vom 1. Januar bis zum 1. Mai fielen die Niederschläge in Iselisberg mit total 224mm sehr dürftig aus (Daten Agrometeo). Da die zweite Hälfte März viel zu warm war, am 31. März erreichten wir unglaubliche 24°C, liess der Frühjahrsfrost Mitte April nicht auf sich warten: Frühsorten wie Muscaris, Zweigelt oder auch Pinot Noir wurden in erhöhten Lagen stark geschädigt. Der viel zu kühle Mai verhinderte dann eine normale Vegetationsentwicklung. Erst als Anfangs Juni die Temperaturen Fahrt aufnahmen, erholten sich wärmeliebende Kulturpflanzen wie die Weinrebe. Und mit der Wärme kam der Regen...

Nach vier Monaten mit spärlichem Niederschlag fielen innert 6 Wochen über 300mm Regen, bei oft tropischen Verhältnissen. Herrliches Schnecken- und Pilzwetter! Zudem wurden die fast täglichen Gewitterregen von heftigen Strumböen und vernichtendem Hagelschlag begleitet. So auch um 2 Uhr Morgens, am 13. Juli, wo es in Iselisberg innert 5 Minuten 14mm Regen schüttete, begleitet von Sturm und heftigem Hagelschlag, was wiederrum zu massiven Schäden führte. 

Die klimabedingten Herausforderungen steigen also massiv und sehr schnell. Da stellt sich die Frage: ist der Kipppunkt des Weltklimas doch erreicht?

Eines steht fest: die dadurch verursachten Schäden an landwirtschaftlichen Kulturen sind enorm, auch im Bioanbau. Und die Arbeitsintensität nimmt zu.

Auch wir als biodynamisches Weingut sind enorm gefordert. Und das obwohl wir viele Hausaufgaben erledigt haben oder voll daran arbeiten: unsere Böden kennen keine Erosion und sind unglaublich vital. Bereits 80% unserer Weingärten sind mit pilzwiderstandsfähigen Traubensorten bestockt, so dass der Pilzdruck weniger Schäden anrichtet. Und die gut vernetzte Biodiversität hilft die biologische Artenvielfalt zu erhalten und zu stabilisieren, so dass wir keinen Schädlingsdruck haben.

Aber eben: gegen Strumböen, extreme Kälte oder Wärme, Hagel, Frost oder tropische Verhältnisse müssen auch wir neue Wege gehen. Und diese sind verbunden mit hohen Investitionen für die Zukunft.

Deshalb haben wir uns entschieden, ab 13 Juli 2021 unsere Preise anzupassen.

Danke für Ihr Verständnis.

Ab Jahrgang 2021 werden wir nur noch Weine aus PIWIs anbieten:

Um alle "Energien" neu bündeln zu können, haben wir den Entschluss gefasst, bereits ab dem aktuellen Jahrgang 2021, ganz auf die pilzwiderstandsfähigen Sorten umzustellen. Somit werden Sie bei uns ab kommendem Jahr nochmals ganz neue Geschmackerlebnisse erkunden können.

Zudem werden wir das erste grössere Weingut in Europa, ja wahrscheinlich weltweit, sein, dass nur noch Weine aus PIWI- Traubensorten anbietet!

Sieben Medaillen am Bioweinpreis

Erneuter Erfolg am Schweizer Bioweinpreis 2021:

Mit 4 x Gold und 3 x Silber sind wir auch am diesjährigen Schweizer Bioweinpreis eines der erfolgreichsten Weingüter der "BioSchweiz".

Das freut uns und macht auch stolz!

Weitere Informationen finden Sie unter Philosophie, Auszeichnungen.

Bodenschonende Sprühtechnik

Um unsere Tees, wie Brennnessel, Beinwell, Kamille, Schafgarbe, Ringelblume und Schachtelhalm gezielt und bodenschonend auszubringen, setzen wir neu eine Sprühdrohne ein.

Neuer Verkaufsraum

 

Seit dem 8. Februar 2020 dürfen wir Sie im neu gestalteten Verkaufsraum begrüssen! Unser vielfältiges Weinsortiment ist nun übersichtlicher gestaltet und dank den grosszügigeren Platzverhältnissen auch Covid 19 angepasst.

 

SRF Netz Natur-Beitrag zum Thema "Landwirtschaft der Zukunft"

Für die Beiträge klicken Sie bitte hier.

Andreas Moser stellt dabei vier spannende Fragen:

1. Kann nur eine intensiv- konventionell geführte Landwirtschaft uns zukünftig ernähren?

2. Welche wichtige Rolle nimmt der Konsument bei einer Neuausrichtung der Landwirtschaft ein?

3. Welche Rolle spielen bei der Kostenverteilung/Preisgestaltung zukünftig die Verarbeiter, der Handel und Detailist?

4. Warum unterstützen Verbände, Behörden und die Politik eine alternative Landwirtschaft nur zögerlich?

SRF-Beitrag: Mission B

Von Mai bis September 2019 begleitete uns ein Filmteam von SRF. Den dabei entstandenen Beitrag können Sie hier anschauen.

Wir sind Weingut des Jahres bei Baur au Lac Vins!

Wir sind stolz: Als erstes Bioweingut überhaupt wurden wir zum Weingut des Jahres bei Baur au Lac gekürt. Dazu konnten wir die Hausweinlinie für Baur au Lac, die Cuvée 1844-Linie, auf zehn Weinpersönlichkeiten erweitern. Diese sind nur bei Baur au Lac erhältlich.

 

Rebellion im Rebberg

Speziell für Delinat konnten wir fünf charaktervolle PIWI-Weine kreieren. Diese werden im Delinat-Magazin "Weinlese" Nr. 59 vorgestellt. Sie sollen die Rebellion im Weingarten symbolisieren: Einzigartige Weinkreationen aus pilzwiderstandsfähigen Traubensorten.

Goldsegen für das Bioweingut Lenz

 

Unsere Weine wurden auch dieses Jahre schon mehrfach mit Gold ausgezeichnet. Am Internationalen Bioweinpreis 2019 gewann unser Cal 32-7 Gold und unser Pinot Noir Barrique mit 97 von 100 Punkten sogar Grosses Gold! Am Schweizer Bioweinpreis 2019 besetzten wir von 30 möglichen Podestplätzen deren sechs. In der Kategorie PIWI Rot gewannen wir alle drei Podestplätze! Stolz sind wir ausserdem, dass wir drei mal Gold und einmal grosses Gold (Cabernet Barrique 2018) am Internationalen PIWI-Weinpreis 2019 gewonnen haben.

wurde dem Warenkorb hinzugefügt.
Schliessen Zum Warenkorb